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Um
meine Einführung ins Contendern zu komplettieren, kommt dieses Mal
das einfache Vor-dem-Wind-geradeaus-fahren dran.
Wie
jedermann weiß ich sag’s trotzdem noch mal, weil sonst dieses schöne
Floskel sinnlos wäre kann man hier zwei Unterschiede machen: l.
Vor dem Wind2.Raumschots (bis einschließlich halbwinds)
Diesmal
werde ich es mir wohl nicht verkneifen können auch ein paar Tipps
zum schneller segeln anzubringen, die nicht nur für die echten Newcomer
unter den Lesern sind, sondern auch denjenigen gut zu Gesichte
stünden, die zwar schon lange Contender segeln, aber trotzdem (aus
Unkenntnis oder schierer Faulheit) auf diesen beiden
Kursen immer so lethargisch und gelangweilt im Boot rumhocken. Aber
schön der Reihe nach und in bewährter Ordnung:
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1.1
Vor dem Wind,
Verdrängungsfahrt:
Ähnlich
wie beim Am-Wind sollte hier der
Contender so gesegelt werden, dass die
benetzte Fläche des Rumpfes so gering
wie möglich Ist. Also das Boot kippen. Bei
Winden ab 1,5 bis etwa 4 Bft., bis das
Boot angleitet, sollte man nach Luv krängen,
dh. den Baum in die Luft strecken. Man hat genug Druck im Segel, das
einem der
Baum nicht entgegenfällt
und man kann durch leichtes
Abfallen "Tiefe" gewinnen unauffällig
Druck Ins Segel pumpen, ohne
an der Schot rupfen zu müssen.
(das
ist sowieso nicht sooo effektiv, wie einige
glauben)
Ist
es nur ein ganz laues Lüftchen, ist es
bequemer, nach Lee zu krängen. Dabei
sollte jedoch die Baumnock nicht ins
Wasser tauchen... das
bremst.
Man sitzt soweit wie möglich
vorne im Boot. Erst wenn der Wind etwas
mehr wird, sollte man nach hinten
rutschen, um die Nase aus dem Wasser zu bekommen und das Angleiten des
Bootes zu unterstützen. Das Schwert kann, je weniger
Wind desto weiter, aufgeholt werden,
um den Wasserwiderstand zu verringern.
Vorsicht jedoch beim Schaukeln,
bei Welle
oder beim Halsen... hierbei sollte das Schwert unten bleiben. Die
Trimmleinen sollten lose
gefahren werden, der Baumniederholer aber
nur
soweit, dass der
Baum nicht
sinnlos hoch steigt, wenn der Wind
hineindrückt.Das Achterliek des Segels sollte
locker,
aber geschlossen
sein.
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1.2 Vor
dem Wind, Gleitfahrt:
Zu allererst: Das Schwert
bleibt, wo es ist unten! Auch wenn man das
in anderen Booten anders macht. Wer
im Contender bei Briese das Schwert wegnimmt, der geht ein zu großes
Risiko für zu wenig Vorteil ein. Das Boot sollte tendenziell
aufrecht gesegelt werden, um das Gleiten
zu unterstützen. Die Sitzposition reicht vom
Drehpunkt (Höhe Schwert) beim Angleiten
bis nach gaaanz hinten bei Sausefahrt
und Welle.
Man sollte die Nase des Bootes
Immer so hoch halten, wie es geht ohne
das der Spiegel eintaucht und
bremst. Cunningham und Strecker sind
noch offen, der Baumniederholer aber
kann wieder etwas dichter genommen werden. Wenn der Baum zu hoch
gefahren wird, rutscht der
Segeldruckpunkt nach oben und die Kiste
fängt ein waghalsiges Geigentänzchen an.
1.3
Manche Leute wundern sichpermanent
über die großen
Geschwindigkeitsunterschiede
von Contendern
auf diesem Kurs. Statt dumm hinter
den anderen herzugucken,
kann man etwas tun: Leichtes
Wackeln mit dem Mast
("Rocken"
Verboten) und gekonntes Ziehen
an der Schot ("Pumpen"=Strengstens
Verboten) machen die Kiste
schneller.
Nicht gekonntes Pumpen bremst!
Dabei geht es darum, durch mehr
Druck im Segel den Vortrieb zu erhöhen.
Eleganter (und legaler) lässt sich
dies auch dadurch bewerkstelligen, in
dem man auf der Welle (auch der
kleinen
gemeinen Teich- oder Tümpel-welle)
kurz Abfällt (siehe oben) Dadurch
krängt das Boot nach Luv, der Baum
"pumpt" nach hinten oben; das Boot
flutscht die Welle runter.
1.4
Noch ein Tipp für "Ballermann": Bei viel
Wind und Welle hat der Contender die
ungezogene Angewohnheit, die Schnauze
in die Welle zu graben- Der berüchtigte
"Stecker" droht! Hier klinkt sich
der weise Seemann ins Trapez ein.
Erstens
kann das Boot nicht entkommen,
sollte man mal umfallen, und
zweitens hat der (stramme) Trapezdraht
im Falle eines Steckers die Wirkung
eines Backstages, das das
Masttop
oben stabilisiert. Steckt der Rüssel
des Bootes dann in der feuchten Pracht,
kann man mit seinem Körpergewicht
durch Anluven und kurzes
ins Trapezgehen (oder am Draht rucken ) das Boot wieder schneller
rausbekommen.
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2.1
Raumschots, Verdrängerfahrt:
Auch
hier bei wenig Wind - man sollte es
Inzwischen auswendig kennen, den Rumpf kippen, bis der Baum kurz über
dem
Wasser ist. Sitzen vorne, Schwert kann halb angestellt sein, das Segel
so dicht
holen, dass
man gerade keinen Gegenbauch spazieren
fahrt. Ab
und zu ein bisschen (!) Pumpen, das macht
schneller.
2.2
Raumschots, Gleitfahrt:
Man
rutscht weiter nach hinten, um ja ja
- das Angleiten zu unterstützen. Wenn
der Druck so groß wird, dass man ins
Trapez gehen kann, befindet man sich
etwa im hinteren Drittel des Cockpits,
nicht weiter hinten, da sonst der
Spiegel bremst. Zunächst hat man den
vorderen Fuß auf der Kante, den hinteren
im Cockpit im
Ausreitgurt. Muss man noch
mehr Gewicht raushängen steht man
mit beiden Beinen auf der Kante, bzw.
mit dem hinteren halb auf dem Achterdeck. Das
Segel kann, je höher die Fahrtwind - anströmung von vorne Ist,
Immerdichter
genommen werden.
2.3
Vorsicht: Bei schneller Fahrt wirken Ruderbewegungen
umso krasser. Man kann
sich selber leicht aus der Balanceund
von der Kante steuern. Ein
guter Tipp ist, die Trapeztalje kürzer zu
stellen. Wenn man höher steht,kommt
man einfacher rein und raus und
kann zu dem besser mit dem Körpergewicht
die Bootsbewegungen ausbalancieren.
2.4
Überlebenswichtig: Wenn man plötzlich
zuviel Druck im Segel hat, niemals
anluven, immer
abfallen!
Die
Kiste kippt sonst so schnell um, wie man
gar nicht gucken kann... Auch
die Schot ist mit Überlegung zu bedienen.
Wird sie zu weit aufgefiert (oder
geht verloren) kippt man schnell
nach
Luv um.
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Zum
Abschluss dieses Kapitels auch diesmal wieder der übliche Apel:
Von
nix kommt nix. Der Contender ist ein anspruchsvolles Boot, das
zubeherrschen
einige Übungsschläge verlangt. Einige Leute kaufen sich so ein Ding,
setzen
sich rein und glauben, sie könntens gleich. Das hab' ich aber -
von einigen unheiligen Ausnahmen mal
abgesehen - noch nicht gesehen. Normalerweise brauch man tatsächlich
eine ganze
Saison, um die Können-Stufe Eins (nicht mehr oft umfallen) zu
erklimmen. Für
Können-Stufe Zwei (schnell segeln) brauchts dann noch mehr Übung.
Noch
mal ein kleiner Seitenhieb auf Faulpelze. Der Contender ist ein
Sportgerät!
Man kann nicht erwarten, dass es von selber schnell fährt. Klar
soll man in erster Linie Spaß haben, wenn man seine Freizeit auf dem
Wasser verbringt. Aber es macht mehr Spaß, wenn man den Anderen
auch mal das Heck zeigen kann, weil man beizeiten mal geübt hat, welche
Kniffe
schneller machen.
Come
and get me!
Jan
Backe, Ger 544 "Polandski"
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